Planung für Südumfahrung geändert – Finanzierung weiterhin nicht gesichert

Die Botschaft war deutlich. Bei einem kurzfristig angesetzten Termin in Pirna stärkte Sachsens Verkehrsminister Sven […]

Die Botschaft war deutlich. Bei einem kurzfristig angesetzten Termin in Pirna stärkte Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) die Hoffnung auf den Bau von Pirnas Südumfahrung: „Den Bürgern ist vor allem eins wichtig: Die Ortsumgehung wird gebraucht – und sie wird gebaut. Aber wir bauen mit Augenmaß. Wir haben eine Lösung gefunden, die weniger Geld kostet, die dem Naturschutz stärker gerecht wird und die im Vergleich zum jetzigen Stand immer noch eine deutliche Verbesserung und Entlastung der Pirnaer Innenstadt bringen wird.“

Die Neuplanung bezieht sich auf den dritten Bauabschnitt, die Anbindung der künftigen Ortsumgehung mit der alten B 172 nördlich von Krietzschwitz. Bisher war eine kreuzungsfreie Variante vorgesehen. Jetzt wird eine Ampelregelung bevorzugt. „Dadurch lassen sich rund 3,1 Millionen Euro einsparen, unter anderem durch den Wegfall eines Brückenbauwerks.“

Auch die Bürgerinitiative „pro Sächsische Schweiz – Südumfahrung Pirna jetzt“ kann mit dem Kompromiss leben. „Besser eine Umfahrung mit Ampel als gar keine Umfahrung“, so BI-Mitglied Peter Liebers. Als Erfolg sei vor allem zu werten, dass das Planfeststellungsverfahren fortgesetzt und Baurecht erreicht wird.

Bei einer Gesamtlänge von 3,6 km und einem Gesamtvolumen von 70,9 Millionen Euro liegt die Ortsumgehung Pirna laut Ministerium mit Baukosten von etwa 20 Millionen Euro pro Kilometer deutlich über dem Durchschnitt. Auf Grund der hohen Kosten und unterschiedlichen Aussagen zum zukünftigen Verkehrsaufkommen war Ende 2011 eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag gegründet worden, das gesamte Bauvorhaben noch einmal auf den Prüfstand zu stellen und Einsparpotentiale zu ermitteln. Der Arbeitsgruppe gehörten Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit, der DEGES, der Stadt Pirna, des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und des Landesamts für Straßenbau und Verkehr an.

Die Arbeitsgruppe habe sich klar für die Notwendigkeit des Bauvorhabens ausgesprochen. Nach Angaben des Ministeriums sei kurzfristig aber nicht mit einem Baubeginn für die Ortsumgehung Pirna zu rechnen, weil die dafür erforderlichen finanziellen Mittel im Rahmen der Finanzplanung des Bundes bis 2015 nicht zur Verfügung stehen.

Die Bürgerinitiative gibt dabei wiederum zu bedenken: „Bei so spätem Baustart ist es fraglich, ob die Einsparungen überhaupt noch zum Tragen kommen und nicht von gestiegenen Lohn- und Materialkosten aufgefressen werden.“