Ü50 leben gern in Pirna

In den vergangenen Monaten wurden insgesamt 3.590 Bürgerinnen und Bürger ab dem 50. Lebensjahr über […]

In den vergangenen Monaten wurden insgesamt 3.590 Bürgerinnen und Bürger ab dem 50. Lebensjahr über die Lebensumstände in Pirna befragt. 1.419 Fragebögen wurden beantwortet und konnten durch die Evangelische Fachhochschule für Soziale Arbeit in Dresden (ehs) ausgewertet werden.
Gefragt wurde nach den Bedürfnissen und Erwartungen an die Stadt aber auch nach der Einschätzung verschiedener Aspekte im unmittelbaren Wohnumfeld. Insgesamt 67,5 Prozent der Befragten sind derzeit Rentner, Pensionäre, im Vorruhestand oder erwerbsunfähig, 20,9 Prozent dagegen noch vollzeiterwerbstätig. Laut der Umfrage leben 86 Prozent „sehr gern“ oder „eher gern“ in Pirna. Auf ihren Stadtteil bezogen, äußerten 55,5 Prozent, dass dieser sich „eher zum Besseren“ oder „sehr zum Besseren“ verändert hätte. Besonders gut schnitten dabei die Stadtteile Cunnersdorf, Bonnewitz, Copitz, Sonnenstein und die Pirnaer Altstadt ab. Eine mittlere bis schlechte Zufriedenheit erreichten die Stadtteile Ober-/Niedervogelgesang (Note 3,2), Liebethal (3,3) und Krietzschwitz (3,5). 62,4 Prozent der Befragten leben derzeit in Mietwohnungen. Insgesamt 27,8 Prozent haben ein eigenes Haus. Zu den Verkehrsmitteln befragt, gab der überwiegende Teil den Themen „Fahrpreise ÖPNV“, „Autofreundlichkeit“ und „Fahrradfreundlichkeit“ eher mittlere bis schlechte Noten. Der überwiegende Teil der Befragten nutzt am liebsten Kultur- und Sportangebote. Insgesamt 79,4 Prozent machten keine Angaben zum ehrenamtlichen Engagement. Hauptgründe dafür sind die fehlende Zeit und das eigene Alter. 21 Prozent gaben an, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Hauptinformationsquellen für Informationen über Veranstaltungen und Angebote in der Stadt sind für den überwiegenden Teil der Befragten die lokalen Tageszeitungen (68,7 Prozent) und das städtische Amtsblatt „Pirnaer Anzeiger“ (63,4 Prozent).

Hintergrund der Befragung:
Die Stadt Pirna erarbeitet derzeit eine „Seniorenpolitische Gesamtkonzeption“. Diese Konzeption soll vor allem den Fokus auf die Lebensumstände der Bürgerinnen und Bürger ab dem fünfzigsten Lebensjahr in der Stadt richten. Wie viele andere Städte befindet sich auch Pirna in einem demografischen Schrumpfungs- und Alterungsprozess. Bereits jetzt sind 30% der Einwohner 65 Jahre alt und älter.
Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht von Erhöhung des Anteils auf 34 Prozent im Jahr 2025 aus. Die Konzeption soll Möglichkeiten aufzeigen, wie künftig älteren Menschen selbstständig die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gelingen kann – und das so lange wie möglich im bisherigen Wohnumfeld. Dabei soll zum Beispiel der bedarfsgerechte Wohnraumbestand und die wohnortnahe Nahversorgung untersucht werden. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf die aktive Mitgestaltung in Form von Ehrenämtern, etc. gelegt werden, um konkrete Hilfsangebote vor Ort noch stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu transportieren und Hilfsangebote in Form von gegenseitiger Nachbarschaftshilfe weiter zu etablieren und zu fördern.
In einer Lenkungsgruppe arbeiten zahlreiche Akteure des städtischen Lebens, wie Wohnungsgesellschaften, Landkreis, Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege und die Seniorenvertretung gemeinsam mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung an diesem Konzept. Als wissenschaftlicher Partner konnte die Evangelische Fachhochschule für Soziale Arbeit in Dresden (ehs) gewonnen werden. Die Mitarbeiter der Hochschule unterstützen die Stadt vor allem bei der Erhebung und der Analyse der relevanten Daten sowie bei der Auswertung der Informationen.

Die Gesamtkosten des Konzeptes betragen 24.000 Euro. Finanzielle Unterstützung erhält die Stadt aus dem Bundesprogramm „Anlaufstellen für ältere Menschen“ in Höhe von 10.000 Euro.

www.pirna.de