Schadstoffe in der Diesterweg-Grundschule

In der Diesterweg-Grundschule ist nach umfangreichen Messungen eine erhöhte Raumluftbelastung durch die leichtflüchtige-organische Substanz Naphthalin […]

In der Diesterweg-Grundschule ist nach umfangreichen Messungen eine erhöhte Raumluftbelastung durch die leichtflüchtige-organische Substanz Naphthalin und Naphthalin-ähnliche Verbindungen festgestellt worden. Diese Stoffe befinden sich im Parkettkleber, der üblicherweise damals in der Entstehungszeit der Schule in den 60er Jahren verarbeitet wurde. Die erhöhten Werte sind wahrscheinlich das Ergebnis der neuen dichten Fenster, die einen kontinuierlichen Austausch der Raumluft nun verhindern. Nach einem Hinweis durch die Schule wurde zunächst punktuell und in der Folge in allen Klassen- und Aufenthaltsräumen Messungen durchgeführt. Für diese Werte gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte. Sie werden aufgrund von Richtwertempfehlungen und dem Vergleich statistisch abgeleiteter Referenzwerte eingestuft. Die Ergebnisse unterscheiden sich in einen sogenannten Richtwert I und einen Richtwert II. Beim Richtwert I ist eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung nicht zu erwarten. In fast allen Räumen der Diesterweg-Grundschule wurde jedoch der Richtwert II überschritten. Insbesondere für empfindliche Personen kann damit bei einem Daueraufenthalt eine gesundheitliche Beeinträchtigung entstehen.

Ein strenges und kontinuierliches Lüftungssystem sorgt nun künftig dafür, dass die Belastung auf ein geringes und normales Niveau reduziert wird. Die Reinigung der Räume wurde auf die neue Situation abgestimmt. Mit Lehrern und Horterziehern wurde die regelmäßige feuchte Reinigung der Oberflächen vereinbart. Zur Kontrolle und Überwachung finden weitere vereinzelte Messungen statt. Ebenso soll der Sonnenschutz intensiv genutzt werden, damit es in den Räumen zu keiner Überhitzung kommt. Der Einsatz von Raumluftfiltern in den Wintermonaten wird derzeit geprüft.

Die Sanierung der Schule wurde bisher abschnittsweise über mehrere Jahre geplant. Die Stadt wird diese Planungen forcieren und prüfen, in wieweit eine gestraffte Umsetzung möglich ist. Ziel ist, mit der Baumaßnahme die belasteten Fußböden aus dem Gebäude zu entfernen. Derzeit werden Sanierungsvarianten erarbeitet und die jeweiligen Kosten ermittelt. Die Planungen sollen Anfang August vorliegen. Bis zum Start der Bauarbeiten ist jedoch der Unterricht mit den abgestimmten organisatorischen Maßnahmen zur Sicherheit der Schüler problemlos
möglich.

Über die derzeitige Situation informierte die Stadtverwaltung bereits die Verantwortlichen in Schule und Hort. Eine umfangreiche Information der Eltern findet in einer Sondersitzung des Elternrates statt. Der Stadtrat wird in der kommenden Sitzungsfolge über die anstehenden notwendigen Baumaßnahmen beraten und beschließen.