Fest der Mühsal und Freuden

Polaritäten – sie machen das Leben nicht einfacher, aber spannender. An die Notwendigkeit und das […]

Polaritäten – sie machen das Leben nicht einfacher, aber spannender. An die Notwendigkeit und das Glück einer Gemeinschaft gemahnte das Eröffnungskonzert in Pirnas Stadtkirche St. Marien. Durchhalten könnte eine Lebensmotto sein; mussten es auch die Besucher des Stadtfestes am Freitag. Bei Regen und kaltem Wind ließ sich sommerliche Leichtigkeit ein wenig vermissen. Viele Pirnaer und Zugereiste ließen es sich trotzdem nicht nehmen, durch ihr festlich herausgeputztes Städtchen zu flanieren. Rocker Thomas Godoj brachte die Menschen mit Songs seines jüngsten Albums „Mundwerk“ bessere Laune. Mit einem Festakt im Tom Pauls-Theater wurde am Samstagvormittag das Wirken der Stadt Pirna, ihrer Vereine und Projekte im Sinne des europäischen Gedanken gewürdigt. Gäste aus den Partnerstädten Baienfurt, Remscheid und Decin wohnten der feierlichen Übergabe der Ehrenplakette des Europapreises bei. Auch für den höchsten Platz auf dem Siegertreppchen – den Europapreis, nur zweimalig im Jahr verliehen – will sich die Stadt künftig bewerben. Muskelkraft, Teamgeist und geölte Kehlen brauchte es an der Sport- und Erlebnismeile Elbe: Fürs Stadtfest hatte der Kreissportbund allerhand faulheitsunfreundliche Sportelangebote befreundeter Vereine aufgefahren. Viele Augenpaare waren aufs Wasser geheftet, wo Drachenboote, gefüllt mit gemischten Mannschaften aus Struppen, Pirna und Co. wettruderten – noch bis Sonntag lief der FEP-Drachenbootcup. In punkto Niedlichkeitsfaktor lockte im Stadtinneren nicht nur das Prinzessinnenvehikel auf vier Hufeisen. Kasperltheater geht eben immer – eigentlich auch in jedem Alter. Ziemlich „smooth“ die Stimmung im Zollhof beim akustischen Flirt mit dem Frank Nestler-Trio. Jazz vom Feinsten, zum Mitwippen, Relaxen, Träumen. Nur wenige Meter weiter glaubt man sich am anderen Ende der Welt. Pirna will wachsen, da braucht es junge Menschen und Familien. Die Masse an Jungvolk beim Stadtfest stimmt schon mal optimistisch. Spaß am Leben. Den hatten die Gäste mit Mr. Rod, der deutschen Hommage an Weltstar Sir Rod Stewart, der seit über 50 Jahren mit Reibeisenstimme erfolgreich an den Herzen raspelt. Eine gesunde Beziehung zu allem, was war und Offenheit gegenüber dem, was da kommt: Pirnas Stadtfest soll hierfür Signal sein.